VZK41 Kindheit auf dem Land und in der Stadt – zwischen Regeln und Rebellion

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Pudelmützen, Sperrmüll, die Verwandtschaft über die deutsch-deutsche Grenze hinweg und Kulturgeschichte – warum gesellschaftliche Konventionen für Kinder eine Lernerfahrung sind.

#vzzzPodcast Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/30/vzk41-kindheit-auf-dem-land-und-in-der-stadt-zwischen-regeln-und-rebellion/

Die Geschichte an der Ausfallstraße: Gesellschaftliche Konventionen und Reflexion

Eine Anekdote aus Gordians Kindergarten-Zeit macht nach der obligatorischen Bierverkostung den Auftakt: Die Kinder überquerten damals eigenständig die vierspurige B73 am Stadtrand mit ausgestreckter Hand – so wie sie es gerade im Verkehrsunterricht gelernt hatten. Die Ampel, hundert Meter weiter, wurde übersehen. Denn die Kinder hatten die Regel angewendet… Kinder lernen zuerst die gesellschaftlichen Konvention, versuchen sie anzuwenden, scheitern – und lernen dann, dass Konventionen vom Kontext abhängen.

Dorf vs. Stadtrand: „It takes a village to raise a child“

Gordian wuchs im Stadtrand auf, Jan in dörflicheren Verhältnissen. In Jans Dorf kannte jeder seinen Namen. Als er den Kindergarten verließ, musste er allein nach Hause – mit fünf Mark Taschengeld für den Imbis unterwegs. Nachbarn passten informell auf ihn auf. Das zitiert Hillary Clintons berühmten Satz: „It takes a village to raise a child“ – eine ganz andere Erziehungsform als die heutige isolierte Kernfamilie oder die überbehütete Stadtkindheit.

Schulwege, Sperrmüll und Raumschiffe

Nach der Kindergarten-Zeit war eines der größten Abenteuer der Grundschulzeit der Sperrmüll. Aus Armaturen werden Raumschiffe und andere Kreationen. Diese Phase der unbeobachteten, selbstgesteuerten Kreativität war prägend – während heutige Kinder viel stärker behütet werden, weil der Verkehr so zugenommen hat. Obwohl: Laut einer Statistik verunglückten in den 1980ern zehn mal mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich als heute. Das widerspricht einem weit verbreiteten Gefühl: dass Kinder früher freier und ungefährlicher lebten.

Kulturgeschichte: Jugendmode, Cronenberg und die Beatles

Weiter geht es in die Jugend. Die Jugenderinnerungen führt uns dann weiter zu Jugendmode, Existenzialismus, Beatnik, William S. Burroughs und den Beatles. Burroughs lässt uns einen Abstecher zu seinem Werk Naked Lunch und der Verfilmung David Cronenbergs machen – ein Film mit surrealistischen, schleimigen Bildwelten, Käfern, die Schreibmaschinen sind, und außerirdischen Wesen. Abschließend betrachten wir den Beatles-Song „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und dessen kulturelle Bedeutung, einschließlich des Zusammenhangs zu den Red Baron und Flying Circus.


In dieser Episode erfährst du:

  • Die Verkehrsregel-Anekdote: Wie Kinder gesellschaftliche Regeln lernen, anwenden und am Kontext scheitern – und wachsen
  • Statistik trifft Gefühl: Die unbeobachtete, selbstgesteuerte Kreativität und Freiheit in den 1980ern? Warum es damals gefährlicher für Kinder war.
  • Village-Erziehung: Der Unterschied zwischen Dorf-Kindheit und Stadt-Kindheit
  • Cronenbergs Filmwelten: Was „Naked Lunch“ und andere seiner Filme zu so besonderen Kino-Erlebnissen macht
  • Kulturgeschichte: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, der Flying Circus des 1. Weltkriegs und die psychologische Wirkung von Kulturprodukten auf die Kindheit

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00:00 – Bitburger Maibock & Dithhmarscher Naturtrüb
06:54 – Bier-Experimente
12:03 – Kindheits- und Kindergarten-Erinnerungen
20:00 – Unterwegs
24:02 – Andere Kinderwelten
28:11 – Existenzialisten
32:08 – Beatnik
43:03 – The Beatles – Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band

VZ144 Der Wandel der Ämter – Wenn Bürger zu Kunden werden

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Wie der Wandel und die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung Bürger in Kunden verwandeln – und warum Zentralisierung der Schlüssel zu echter Kundenfreundlichkeit sein kann.

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Die Semantische Verschiebung: Von Bürger:innen und Kund:innen

In dieser Folge befassen sich Gordian und Jan mit einem zunächst unscheinbaren, aber grundlegenden Problem: Der Sprachgebrauch ändert sich. Behörden sprechen nicht mehr von „Bürgern“, sondern oft von „Kunden“. Das klingt modern, kundenorientiert und servicefreundlich – ist aber konzeptionell eine bedeutende, vielleicht sogar gefährliche Verschiebung.

Eine Bürger:in hat keine Wahlfreiheit. Man kann sich seine Verwaltung nicht aussuchen. Eine Kund:in hingegen wählt ihre Anbieter. Die Umbenennung suggeriert also etwas, das nicht so ist: dass die Bürger:in Wahlmöglichkeiten hat. Gleichzeitig entspricht das der Neoliberalisierung öffentlicher Verwaltung – der Gedanke, dass jeder Service „kundenfreundlich“ sein muss, führt zu einer schleichenden Privatisierung von Verwaltungslogik.

Gebündelte und proaktive Verwaltung: Das Ideal

Echte Kundenfreundlichkeit müsste mehr liefern. Zum Beispiel proaktive Verwaltung: Die Verwaltung…

  • weiß, dass eine Bürger:in nach einem Umzug ihre Adresse in mehreren Systemen ändern muss.
  • weiß, dass Eltern nach einer Geburt Anspruch auf Kindergeld, ggf. Elterngeld und einen Kitaplatz haben.
  • führt diese Anträge proaktiv aus, statt die Bürger:in mehrfach zum Antrag zu zwingen.
  • betreibt digitale Services als Dienst, nicht als Hürde.

Oder Bündelung von Ressourcen: Die Stadt Hamburg zeigt seit den 1990er-Jahren, dass eine E-Government Strategie mit zentraler IT-Bündelung der Digitalisierung und der Digitalisierungsprojekte Koordination und Effizienz schafft. Doch im Bund lief es bis vor einem Jahr anders.

Das Zentralisierungs-Dilemma: Woran der Wandel scheitert

In diesem Beispiel tritt das Kernproblem des Verwaltungswandels zutage: Mehrere Ministerien waren bis vor einem Jahr für ein Thema – die Bundesweite Digitalisierungspolitik – zuständig. Aber keins hatte Budget und Verantwortung für die gesamte Digitalisierung. Das Verkehrsministerium, das Wirtschaftsministerium, das Innenministerium – alle hatten „ein bisschen“ mit Digitalisierung zu tun. Das Ergebnis:

  • Keine zentrale Steuerung
  • Kompetenzen und Budgets bleiben verteilt
  • Projekte scheitern an fehlender Koordination
  • Der Wandel gerät ins Stocken statt zur Verbesserung

Dieser Wandel umfasst also ein echtes Macht- und Verteilungsproblem. Hier sind Minister Wildberger und das neu geschaffene Digitalisierungsministerium in der Pflicht.

[Disclaimer: Wir haben die Aufnahme vor der letzten Bundestagswahl gemacht. Der Hinweis zum Digitalisierungsministerium haben wir nachträglich eingesprochen und die beispielhafte Aufteilung auf die drei Ministerien als Rückblick dargestellt. Die Grundsätzlichkeit der Thematik hat sich nicht geändert.]


In dieser Episode erfährst du:

  • Der semantische Fehler: Was die Umbenennung von Bürger zu Kunde bedeutet
  • Proaktive vs. reaktive Verwaltung: Wie ein moderner Staat seine Bürger unterstützen könnte
  • Das Zentralisierungs-Paradoxon: Warum mehrere Ministerien oder Behörden für ein Thema zu keinem Erfolg führen können
  • Hamburgs Erfolgsmodell: Wie eine zentrale IT-Bündelung seit den 1990ern funktioniert und nun als Vorbild für den Bund steht

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00:00 – Biere der Woche: Orca Bräu Anders New IPA vs. Sierra Nevada Torpedo Extra IPA 14:09
14:09 – Digitale Infrastruktur 05:28
19:37 – Digitalisierung in Deutschland 07:33
27:10 – Zentralisierung und Verteilung 06:06
33:16 – Bürger:innen oder Kund:innen 14:28
47:44 – Kundenfreundlichkeit aus Effiziez 05:02
52:46 – Bierabschluss

VZK40 Die neuen Journalisten: Wenn Klicks wichtiger als die Wahrheit werden

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#vzzz-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/02/vzk40-die-neuen-journalisten-wenn-klicks-wichtiger-als-die-wahrheit-werden/

Vom Zeitungskiosk zum YouTube-Algorithmus: Gordian und Jan diskutieren, wie Tilo Jung, Boris Reitschuster & Co. den Journalismus verändern, warum Inszenierung heute oft vor Information geht und welche Gefahr im „Storytelling“ lauert.

Wir starten entspannt in diese Klassikfolge mit einem Blick in den Kühlschrank: Lohnt sich der Bier-Versandhandel oder geht dabei das Einkaufserlebnis verloren? Bei der Verkostung eines überraschend fruchtig-herben Craft Beers stellen wir fest, dass manche Genussmomente – genau wie gute Geschichten – Zeit und Muße brauchen.

Die neuen Journalisten: Showmaster oder Aufklärer?

Im Hauptteil der Folge dreht es sich um den tiefgreifenden Umbruch in der Medienwelt. Am Beispiel der Bundespressekonferenz – jenem Ort, an dem Regierung und Journalisten aufeinandertreffen – analysieren wir den Unterschied zwischen alter und neuer Schule. Wir sprechen über Akteure wie Tilo Jung („Jung & Naiv“) und Boris Reitschuster, die das klassische Frage-Antwort-Spiel aufbrechen. Doch geht es dabei noch um echte Antworten oder längst um die perfekte Inszenierung für den eigenen YouTube-Kanal? Wir diskutieren, wie Provokation und „Triggerwörter“ genutzt werden, um Reaktionen zu erzwingen, und ob die Kamera im Raum das Verhalten aller Beteiligten verändert.

Zwischen Klickzahlen und Wahrheit

Es geht um die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Wenn Zeitungsauflagen sinken und Social Media die Währung bestimmt, gerät der Journalismus unter Druck. Wir debattieren über die Gefahren des modernen „Storytellings“, bei dem die gute Geschichte manchmal wichtiger wird als die nackten Fakten – ein Phänomen, das im Fall Relotius einen traurigen Höhepunkt fand. Brauchen wir wieder mehr Nüchternheit und Respekt vor dem Fakten-Handwerk? Diese Folge ist eine Einladung, über die Qualität unserer Informationen nachzudenken.

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie „neue Journalisten“ wie Tilo Jung die politische Berichterstattung durch Inszenierung verändern.
  • Warum die Digitalisierung den Druck erhöht, Nachrichten emotionaler und klickstärker zu verpacken.
  • Weshalb das „Storytelling“ im Journalismus ein zweischneidiges Schwert ist (Stichwort: Relotius).
  • Ob der Trend zur Social Media-Performance die sachliche politische Debatte gefährdet.

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00:00 – Auftaktbier
10:21 – Wettkampfluft
14:19 – Bundespressekonferenz
25:10 – Das überschätzte Internet
34:10 – Bundespressekonferenz Reprise
36:44 – In-Transparenz
42:10 – Psychologie der Masse
52:29 – Journalisten-Bubble

VZ143 Helden, Social Media und Jugend – Kultur im Wandel

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#vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/19/vz143-helden-social-media-jugend-kultur-im-wandel/

Gordian und Jan diskutieren Heldenbilder, Social-Media-Dynamiken und gesellschaftliche Entwicklungen.

In Folge 143 des Podcasts „Von Zeit zu Zeit“ nehmen euch Gordian und Jan mit auf eine Reise durch antike Heldenbilder, moderne Social-Media-Kulturen und gesellschaftliche Veränderungen – von altgriechische Helden über Spider-Man bis hin zu TikTok und Bluesky – und der Frage, was Heldentum heute noch bedeutet.

Helden gestern und heute

Wir starten das Gespräch mit der berühmten Laokon-Gruppe aus der griechischen Mythologie und es entwickelt sich schnell zur Frage: Was macht einen Helden aus? Während antike Helden wie Theseus besondere Fähigkeiten hatten und sich gefährlichen Herausforderungen stellten, die oft tragisch endeten, funktionieren moderne Helden anders. Superhelden wie Spider-Man, Batman oder Superman tragen zwar noch tragische Elemente in sich, doch aktuelle Serienhelden setzen eher auf Inselbegabungen – fotografisches Gedächtnis, besondere Kombinationsgabe oder übernatürliche Kräfte – ohne die existenziellen Entscheidungen klassischer Heldenfiguren.

Wir diskutieren, wie Heldenbilder gesellschaftliche Zustände spiegeln: In den 1980ern stand der mühsame Aufstieg oder hartes Training im Vordergrund (Rocky), heute dominieren Charaktere, die ohne große Anstrengung anerkannt werden (wollen) – ein Spiegel unserer Kultur.​

Social Media, Bluesky und die Medienlandschaft

Ein zentraler Teil dieser Folge widmet sich der aktuellen Social-Media-Landschaft, insbesondere dem Aufstieg von Bluesky als Alternative zu Twitter/X und Facebook. Gordian reflektiert über die Verschmelzung seiner bisher getrennten Online-Communities und die Herausforderungen, die entstehen, wenn man plötzlich Bekannte aus verschiedenen Lebensbereichen auf einer Plattform trifft.

Wir beleuchten auch kritisch, wie Social Media funktioniert: Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook kuratieren Inhalte algorithmisch, um Nutzer:innen möglichst lange zu binden – nicht um zu informieren. Die Frage nach Pressefreiheit, demokratischen Strukturen und der Rolle von Medien in einer zunehmend von Algorithmen gesteuerten Informationslandschaft zieht sich durch die Diskussion.​

Kulturelle Reflexion und gesellschaftlicher Wandel

Wir beginnen erst zum Ende hin mit unserer obligatorischen Bier-Verkostung und werfen anschließend noch einen Blick auf kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, von der Reichseinigung Deutschlands 1871 und ihren Auswirkungen auf Frankreich bis hin zur Frage, ob wir in einer Phase des demokratischen Wachstums oder Rückschritts leben. Besonders spannend: die Diskussion darüber, wie Kunst und Medien gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln und wie unterschiedlich Demokratien weltweit funktionieren.​

Die Folge verbindet dabei große gesellschaftliche Fragen mit persönlichen Reflexionen – ein Format, das zeigt, wie Popkultur, Geschichte und Alltagsmomente zusammenhängen.


In dieser Episode erfährst du:

  • Warum antike und moderne Helden so unterschiedlich sind und was das über unsere Gesellschaft aussagt
  • Wie Social-Media-Plattformen wie Bluesky, TikTok und Co. unsere Informationskultur prägen
  • Welche Rolle Algorithmen bei der Kuratierung von Inhalten spielen und warum „Social Media“ nicht gleich „Medien“ ist
  • Warum Pressefreiheit und demokratische Strukturen in Zeiten von KI und Algorithmen neu gedacht werden müssen

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00:00 – Antike Helden
08:23 – Vom Helden-Moment zum Helden-Feature
17:29 – Gesellschaftsspiegel
38:00 – Biere der Woche: Gara Guzu Summer IPA vs. Einbeker Mai-Urbock
45:50 – Volksweisheiten
55:48 – Jugend extrem

VZK39 Fairytale of New York: Irlands berühmteste Weihnachtstragödie analysiert

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Ein fesselnder Deep Dive in das Kultlied der Pogues, seine irische Seele, die Rolle der Polizei und den Einfluss von Alkohol – mehr als nur ein Weihnachtsklassiker.

vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/05/vzk39-fairytale-of-new-york/

Irland und die Pogues: Musikgeschichte und Weihnachtskult

Diese #vzzzPodcast-Folge analysiert das berühmte Musikstück „Fairytale of New York“ von den Pogues, Shane MacGowan und Kirsty MacColl – einem Song, der in Irland und England als Inbegriff von Weihnachten gilt, aber weit mehr erzählt als festliche Stimmung. Wir beginnen mit persönlichen Anekdoten über die Pogues und die Verbindung des Songtextes mit typisch irischen Traditionen: rauen Kneipennächten, der Rolle von Alkohol in der Selbstinszenierung von Songwritern und der Melancholie irischer Geschichten.​


Das Setting: New York, Polizei und Weihnachten

Im Song geht es um ein Paar, das aus Irland stammt, das Weihnachten getrennt verbringt. Der männliche Protagonist landet nach einer durchzechten Nacht im „Drunk Tank“ – der Ausnüchterungszelle in New York. Die „Boys of the NYPD Choir“ im Refrain symbolisieren die kulturelle Verflechtung zwischen Irland und der US-Ostküste; viele Polizisten stammen von irischen Einwanderern ab.


Die toxische Beziehung und die Sprache des Liedes

Die Dynamik von Fairytale of New York ist von einer toxischen Beziehung geprägt: beide Liebenden streiten sich heftig, beschimpfen sich mit harten Worten – und dennoch bleibt zwischen ihnen eine tiefe Verbundenheit. Die Komplexität der Beziehung wird musikalisch und textlich durch einen Wechsel von aggressiven Duetten und versöhnlichen Rückblenden ausgedrückt. Besonders auffällig ist die Mischung aus derben Schimpfwörtern, Melancholie und dem Wunsch nach Versöhnung im Weihnachtsrahmen.


Weihnachtskultur im Vergleich

In dieser #vzzzPodcast-Folge wird das Lied auch kulturgeschichtlich eingeordnet und mit deutschen und amerikanischen Weihnachtsbräuchen verglichen: Während „Fairytale of New York“ in Irland für ausgelassenes Feiern und ironische Distanz steht, dominiert in Deutschland eher Schwermut und Ritualisierung. Die Folge illustriert, wie Musik und Gemeinschaft Rituale neu definieren können.


In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Irland den Weihnachtskult international geprägt hat
  • Was „Fairytale of New York“ über Liebe, Streit und Sehnsucht erzählt
  • Welche Rolle Alkohol und Polizei im Song und seiner Geschichte spielen
  • Warum das Lied eine einzigartige Brücke zwischen Irland, New York und Weihnachten baut
  • Wie Weihnachtsmusik Identität und gesellschaftliche Dynamik beeinflusst

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00:00 – Vorweihnachtsstress
02:48 – The Pogues und Kirsty MacColl
08:40 – Weihnachtssongs
13:19 – Das Zauberhafte in the drunk tank
17:32 – Das Setting
21:53 – Der Inhalt
28:43 – Der berühmteste Weihnachtssong

VZ142 Mach es nicht selbst – Warum Verwaltung Leistung besser einkauft

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#vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/11/21/vz142-mach-es-nicht-selbst-warum-verwaltung-leistung-besser-einkauft/

Warum Staat und Verwaltung oft besser beraten sind, Dienstleistungen, Software und mehr zu kaufen statt selbst zu entwickeln: Erfahrungsbericht aus Hamburg mit Fokus auf kritische Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und moderne Arbeitswelten und Verwaltungskultur.

Make or buy?

In dieser Folge diskutieren Gordian – hier als erfahrener Verwaltungmitarbeiter – und Jan – hier als kritischer Bürger – praxisnah die Frage, ob Kommunen und Städte grundlegende Infrastruktur wie Softwarelösungen und andere Dienstleistungen besser selbst entwickeln oder besser einkaufen sollten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele öffentliche Dienstleistungen – von der Baumgenehmigung bis zur Unternehmensgründung – auf relativ standardisierten Lösungen basieren. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eigens angestellte Softwareentwickler bei Städten eine nachhaltigere Lösung wären oder ob die Auslagerung an spezialisierte Unternehmen wirtschaftlich und organisatorisch geboten ist.

Beispiel Hamburg

Die Sprecher erörtern die Herausforderungen bei Ausschreibungen und Vergaben, die Risiken und Flexibilitätsprobleme beim Einkauf von Software und Dienstleistungen sowie die Notwendigkeit, Spezialistentum zu bündeln – etwa so, wie es Immobilienmanagement-Unternehmen für Städte tun. Eine Parallele zur Hamburger Elbphilharmonie illustriert anschaulich die Fallstricke von Großprojekten in der öffentlichen Hand.

Spezialisierung als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit

Das Gespräch reflektiert, wie Outsourcing in Verwaltung ein modernes Prinzip ist, das die Effizienz steigert und Fehlerquellen minimiert. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, wie viel Vertrauen erforderlich ist, um Spezialisten einzukaufen.

Arbeitswelt Verwaltung

Zusätzlich wird auf Motivation, Arbeitskultur und Gehalt in der Verwaltung eingegangen: Warum zieht es Top-Entwickler und -Juristen oft nicht in Jobs der Verwaltung – und wie schlägt sich das auf die Wahl zwischen Eigenentwicklung und Zukauf nieder? Die Diskussion bleibt dabei stets nah am Arbeitsalltag städtischer Verwaltungen und vermittelt durch persönliche Anekdoten und den einleitenden lockeren Craftbier-Talk ein authentisches Bild öffentlicher Entscheidungsprozesse.

Kernfragen

  • Wann lohnt sich Eigenentwicklung in der Verwaltung, wann ist externes Zukaufen sinnvoll?
  • Welche Rolle spielen Spezialisierung und Marktmechanismen bei Software und Immobilien?
  • Was bedeutet „kritische Infrastruktur“ für Kommunen heute?
  • Wie könnten Ausschreibungen und Verträge Risiken ausgleichen?
  • Welche kulturellen Unterschiede gibt es im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft?
  • Warum ist Motivation und Haltung im Arbeitsleben entscheidend?

Gesellschaftspolitische Einordnung

Gordian und Jan verknüpfen die Verwaltungserfahrung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Digitalisierung, Urbanität und demokratische Teilhabe. Die Episode bietet kritische Medienreflexion und humorvolle Alltagsbeispiele, um komplexe Fragen greifbar zu machen und verschiedene Perspektiven zu beleuchten.

In dieser Episode erfährst du

  • Warum Outsourcing für Städte und Verwaltungen oft sinnvoller als Eigenleistung ist
  • Wie Vertragsverhältnisse die Softwarewahl beeinflussen
  • Welche Alltagsprobleme durch fehlende digitale Expertise entstehen
  • Warum Mietmodelle bei Immobilien für Städte attraktiv sind
  • Wie die Elbphilharmonie zum Sinnbild für Behördenprojekte wurde
  • Wie politische Kultur Entscheidungsprozesse in der Digitalisierung beeinflusst

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VZK38 Geschichte bildet sich aus Geschichten: Was wir heute daraus lernen können

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Wir hören so gerne Geschichten und verstehen doch so wenig. Eine humorvolle #vzzzPodcast Klassikfolge, in der wir die Geschichte als Summe persönlicher und gesellschaftlicher Erfahrungen reflektieren – mit Blick auf Historie, die Punkbewegung, den Einfluss von Politik und die politischen Lernverweigerungen der Gegenwart.

vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/11/07/vzk38-geschichte-besteht-aus-geschichten/

Geschichtsbewusstsein und menschliches Bedürfnis

Diese Episode beginnt mit der Frage, warum Menschen so viel über Geschichte reden. Wir diskutieren, dass es im Kern um Sinnstiftung geht: Wer über Vergangenes spricht, möchte glauben, dass Leid, Opfer und Disziplin eine Bedeutung hatten. Geschichte wird nicht nur erzählt, um zu erklären, was war, sondern um das eigene Dasein zu rechtfertigen. Dabei verschwimmt der Unterschied zwischen historischer Wahrheit und erzählter Geschichte – beide bestehen letztlich aus Interpretationen und Geschichten, die uns Halt geben.

Von Historikern, Ideologien und Wahrheiten

Wir ziehen Parallelen zwischen der subjektiven Perspektive jedes Historikers und der Tendenz zur ideologischen Färbung. Wir diskutieren, wie „die Absichten eines Historikers von seinen Ansichten abhängen“ und wie Geschichte stets als gefärbte Anekdoten präsentiert wird. Beispiele finden sich in der Bibel, der Kolonialgeschichte und moderner Geschichtsschreibung (Sozialgeschichte und der feministischen Geschichtsbetrachtung) und zeigen, dass jede Epoche „ihre eigene Wahrheit“ konstruiert. Geschichte ist daher immer persönlich – ein Geflecht aus Geschichten, Meinungen und Absichten.

Punk als Gegenbewegung zu historischen Erzählungen

Punk wird als radikale Gegenthese zum Lernen aus der Geschichte beschrieben: keine Vergangenheit, keine Zukunft („no future“), nur der Moment. Er steht für das „Hier und Jetzt“ und negiert traditionelle Werte. Die Haltung des Punk ist nicht nihilistisch, sondern hedonistisch und konsumfreudig, wobei politische Elemente bei manchen Punks zwar existieren, aber nicht im Zentrum stehen. Dieses radikale Jetzt macht Punk zur Antithese zum historischen Lernen – und zugleich zu einer Form gelebter Authentizität, fern jeder Ideologie.

Politik, Parteien und Unbelehrbarkeit

Im weiteren Verlauf analysieren wir in dieser #vzzzPodcast Klassikfolge das politische Lernen – oder vielmehr das Ausbleiben desselben – in deutschen Parteien. Ob SPD, FDP oder CDU: keine scheint wirklich aus ihrer Geschichte zu lernen. Historische Größen wie Willy Brandt und Helmut Schmidt werden als Typen beleuchtet, die Führung und Prinzipien verbanden – im Gegensatz zu heutigen, medial geschulten Politikerinnen und Politikern, die auf Floskeln und Risikovermeidung trainiert sind.

Geschichte als gelebtes, individuelles und kollektives Leben

Am Ende zieht sich die Diskussion auf eine persönliche und philosophische Ebene zusammen: Geschichte wird erst dann bedeutend, wenn sie in Geschichten übersetzt wird – in menschliche Erfahrungen, Anekdoten und Emotionen. Der Satz „Geschichte ist das, was andere Menschen einmal ihr Leben nannten“ gibt der Folge ihren emotionalen Kern: Lernen aus Geschichte ist möglich, aber nur, wenn man das gelebte Leben dahinter erkennt. Geschichte ist auch eine Sammlung von Geschichten, die uns heute Orientierung bieten können – sowohl in (fiktionalen) Büchern als auch im wirklichen Leben.


In dieser Episode erfährst du

  • Warum Menschen über Geschichte sprechen, um Sinn zu stiften
  • Wie historische Narrative von individuellen Ansichten geprägt sind
  • Weshalb Punk die radikale Absage an Geschichte ist
  • Wie Geschichte als persönliche und kollektive Erfahrung verstanden werden kann
  • Warum Geschichten heute genauso wichtig sind wie historische Fakten

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VZ141 Mobbing, Macht und Moral – über Empathie und Ego

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Ein tiefgehendes Gespräch über Mobbing, Identität und Populismus – mit persönlichen Einblicken, Selbstreflexion und Aufklärung

Zwei Biere, ein Thema, viele Einsichten

In dieser Episode sprechen wir, Gordian und Jan, über Bier, Selbsterkenntnis und gesellschaftliche Verantwortung. Was zunächst gemütlich mit einem Flensburger Winterbock und einer baltischen Gose beginnt, entwickelt sich zu einem spannenden Diskurs über Schönheitsideale, Machtstrukturen und menschliches Verhalten.

Von Kardashian bis Kant
Der Gesprächseinstieg über den Kardashian-Clan wird schnell zu einer Analyse über „Empowerment“ und Oberflächlichkeit. Wir diskutieren kritisch, ob Selbstinszenierung wirklich Selbstbestimmung ist – oder nur eine neue Form der Abhängigkeit. Dabei geht es um Aufklärung, Ideale und die Gefahr, Unsicherheiten zu kommerzialisieren.

Mobbing – Täter und Opfer zugleich
Wir beide reflektieren eigene Erfahrungen: Als Jugendliche waren wir sowohl Täter als auch Opfer. Wir sprechen darüber, wie Gruppenzugehörigkeit, Unsicherheit und Angst zu destruktivem Verhalten führen. Besonders eindrücklich ist die Erkenntnis, dass Mobbing selten aus Bosheit entsteht, sondern aus der Sehnsucht nach Anerkennung.

Identität, Erinnerung und Aufklärung
Ausgehend von kulturellen Fragen (z.B. den armenischen Wurzeln der Kardashians) entwickelt sich die Diskussion hin zu nationaler Identität und kollektiver Erinnerung. Dabei wird deutlich: Wer seine Herkunft absolut setzt, verhindert Fortschritt. Aufklärung bedeutet, Kultur bewusst zu wählen – nicht ihr blind zu folgen.

Populismus als Spiegel der Gesellschaft
Im letzten Teil nähern sich wir uns der Frage, ob Populismus immer destruktiv ist. Wir erklären, warum populistische Bewegungen entstehen, wie Verlustängste Macht erzeugen – und warum Demokratie ohne emotionale Ansprache nicht funktioniert. Der Tenor: Populismus ist kein Fehler des Volkes, sondern Symptom einer verunsicherten Gesellschaft.

​In dieser Episode erfährst du:

  • Wie aus persönlichen Schwächen gesellschaftliche Dynamiken entstehen
  • Warum Mobbing und Populismus strukturell verwandt sind
  • Weshalb Identität Fluch und Chance zugleich sein kann
  • Wie Aufklärung und Humor schwierige Themen zugänglich machen
  • Welche Rolle Selbstreflexion in einer überreizten Medienwelt spielt

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VZK37 Wie dir deine Daten schaden

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VZ140 Die Krise der Pflege

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VZK36 Wer kommt auf die Gästeliste?

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VZ139 Mit KI wird alles besser

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VZK35 Endlich Schule

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VZ138 Männer bei Karl May, Frauen bei Thomas Mann

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VZK34 Das Drama der deutschen Musik

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