Füllwörter, Sprach-Gewohnheiten und Bierkultur: Wie „Kill your Darlings“ beim Sprechen, Schreiben und Genuss hilft
Warum wir an Füllwörtern hängen
In dieser Folge nehmen Jan und Gordian ihre eigenen Sprachgewohnheiten auseinander – vom lieb gewonnenen „Derweil“ aus Tolkiens „Herr der Ringe“ bis zu Füllwörtern wie „sozusagen“, „eigentlich“ und „quasi“. Sie fragen sich, welche Formulierungen längst aus der Zeit gefallen sind, trotzdem im aktiven Wortschatz kleben bleiben und warum genau diese sprachlichen „Darlings“ so schwer zu töten sind. Dabei geht es nicht um pedantische Sprachpolizei, sondern darum, bewusster zu sprechen, ohne die Spontaneität eines „Laberpodcasts“ zu verlieren.
Kill your Darlings – beim Schreiben und Sprechen
Ausgehend von einem Hörer:innen-Kommentar diskutieren die beiden, wie sich Lieblingswörter und Manierismen in Texte und Gespräche schleichen – und wie man sie beim Schreiben leichter entdeckt als im gesprochenen Wort. Während man Sätze am Bildschirm noch einmal glätten und Füllsel streichen kann, sind Versprecher und sprachliche Ticks im laufenden Gespräch nur schwer zu verhindern oder herauszuschneiden. Jan und Gordian reflektieren, wie viel Konzentration es braucht, im Podcast auf die eigene Sprache zu achten, während Bier, Gesprächsfluss und Humor gleichzeitig gepflegt werden wollen.
Biergeschichte, Steuerlogik und Trinkkultur
Parallel dazu bleibt es natürlich ein Podcast mit Craft Bier: Die beiden verkosten ein Baltic Porter von Kehrwieder. Von dort aus schlagen sie den Bogen zur Geschichte des Biers als hygienischem Alltagsgetränk, zur Hamburger Biertradition und zur Frage, warum der Staat bei Bier nicht den tatsächlichen Alkoholgehalt, sondern die Stammwürze besteuert. Dass Bier früher vor allem sicheres Trinkwasserersatz war und Kinder eher Dünnbier als Brunnenwasser bekamen, passt perfekt zur Leitfrage der Folge: Was steckt wirklich hinter Gewohnheiten – und welche Narrative erzählen wir uns darüber?
Unterhaltung mit Haltung
Zwischen Craftbier-Begeisterung, Sprachreflexion und kleinen historischen Exkursen bleibt genug Raum für Selbstironie: ob „Kill your Darlings“ auch für Cola mit Zitrone gilt, wie sehr man in die Kreation des Braumeisters eingreifen darf und wie wir ein Bier bewusst „abbeißen“… Wer Sprache liebt, seine eigenen Füllwörter kennt – und sie vielleicht trotzdem nicht ganz loslassen will – findet in dieser Folge gleichermaßen Bestätigung, Denkanstöße und ein paar sehr brauchbare Ausreden.
In dieser Episode erfährst du:
- Warum Füllwörter, lieb gewonnene Formulierungen und sprachliche Marotten so hartnäckig sind – und was „Kill your Darlings“ im Alltag wirklich bedeutet.
- Wie sich Sprechen und Schreiben unterscheiden, wenn es darum geht, Lieblingsformulierungen zu erkennen, zu bearbeiten – oder bewusst stehen zu lassen.
- Welche Rolle Biergeschichte, Stammwürze und Steuerlogik spielen und warum der Staat eher „Spaßpotenzial“ als Promille besteuert.
- Wie man zwischen Craftbier, Plauderton und Sprachbewusstsein authentisch bleibt, ohne den Spaß am Laberpodcast zu verlieren.
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00:00 – Baltikum
03:41 – Biere der Woche: Tallinn Baltic Porter
09:49 – Der Wille des Braumeisters
14:24 – Trinkkultur
23:19 – Füllwörter und wie sie sich vermeiden lassen
35:18 – Die Geschichte von Arthur Guinness
