VZ146 Monster im Kopf: Von Aliens, KI und Zombies

avatar
Gordian
avatar
Jan

Von Monstern zu KI-Wokeness: Jan und Gordian diskutieren über verborgene Bedrohungen im Kino, die Tücken künstlicher Intelligenz und warum die deutsche Theaterszene nicht immer verständlich ist.​

Craftbier-Kultur und regionale Identität

Die Folge beginnt traditionsgemäß mit einer Bierverkostung. Jan präsentiert ein Kellerbier der Brauerei Ettal aus dem bayerischen Wald, das Teil der regionalen Initiative „Woidlerei“ ist. Gordian hat ein IPA der Hamburger Brauerei „Digga Bräu“ mitgebracht. Wir diskutieren über die Bedeutung regionaler Craftbier-Initiativen, wie dem Hamburger Senatsbock oder der Woidlerei und wie sie lokale Identität stärken.​

Monster im Kino: Das Unsichtbare als größte Bedrohung

Ein zentrales Thema der Folge ist die Kunstform des „verborgenen Monsters“ in der Filmgeschichte. Am Beispiel von Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) und Ridley Scotts „Alien“ (1979) analysieren wir, wie große Regisseure durch das bewusste Nicht-Zeigen von Bedrohungen maximale Spannung erzeugen.​

Bei HAL 9000 aus „2001“ manifestiert sich das Monster als indifferente, freundlich sprechende KI, die nur durch ein beobachtendes Kameraauge präsent ist. Die wahre Bedrohung liegt in der verborgenen Agenda und der omnipräsenten Überwachung. Ridley Scott nutzt diese Technik körperlich bei „Alien“, indem er das Xenomorph nur in Fragmenten zeigte – mal den Kopf, mal den Schwanz, aber erst zum Schluss das gesamte Wesen.​

Gordian führt aus, dass Ridley Scott für „Alien“ bewusst mehr Details ausarbeitete, als je im Film zu sehen waren, um Tiefe und Authentizität zu vermitteln. Dieses Prinzip – viel entwickeln, aber wenig zeigen – lädt Zuschauer ein, die Räume mit ihrer eigenen Fantasie zu füllen. „Nichts erschreckt dich passgenauer als deine eigene Fantasie“, fasst Jan zusammen.​

KI-Bias und die Google-Kontroverse

Die Diskussion geht von HAL zu aktuellen KI-Themen. Gordian berichtet von Googles umstrittenem Versuch, Diversität in KI-generierten Bildern zu erzwingen, was zu Ergebnissen wie einer schwarzen Päpstin oder schwarzen Wehrmachtssoldaten führte.​

Die beiden analysieren, dass KI nicht „versteht“, sondern nur Muster reproduziert. Googles Ansatz, pauschal alle Anfragen mit „geschlechtsdivers und hautfarbendivers“ zu versehen, entlarvte die Grenzen dieser Technologie. Gordian sieht in der schwarzen Päpstin einen produktiven Spiegel: „Warum eigentlich nicht?“ Die katholische Kirche sei der eigentliche Aufreger, nicht die KI. Bei historischen Figuren wie Wehrmachtssoldaten wird die Problematik jedoch evident – hier fehlt der KI jegliches Kontextverständnis.​

Open Source als philosophisches Prinzip

Wir erläutern die Philosophie von Open Source und Creative Commons. Unser Podcast selbst steht unter einer Creative Commons-Lizenz, welche Weitergabe und Bearbeitung erlaubt, solange die Urheber genannt werden und die gleichen Lizenzbedingungen gelten.​

Bill Gates‘ Manifest gegen die Kopier- und Weitergabementalität der 1970er-Jahre habe „Closed Source“ mit begründet und damit die freie Softwareentwicklung gehemmt. Das wissenschaftliche Prinzip des „auf Schultern von Riesen stehen“ wurde dadurch unterbrochen.​

Deutsche Theaterszene: Zwischen Elfenbeinturm und Zugänglichkeit

Gordian kritisiert die deutsche Theaterszene als zunehmend selbstreferenziell. Moderne Inszenierungen würden oft nur für ein Insiderklüngel verständlich sein, das die zahlreichen Referenzen und Brechungen entschlüsseln kann. Er bemängelt: „Ich glaube, das deutsche Theater irritiert nicht so sehr, wie das deutsche Theater selber denkt, dass es irritiert“.​

Als positives Gegenbeispiel nennt Jan das Singspiel „Sekretärinnen“ (1996 im Hamburger Schauspielhaus), wo Schauspielerinnen ausschließlich durch bekannte Schlager, Volkslieder und Rocksongs kommunizierten. Eine Sekretärin sang Aretha Franklins „Respect“ gegen die Bürotür mit der Aufschrift „Chef“ – universell verständlich, emotional packend.​

Jan erlebte auch eine Inszenierung von „Das Boot“ im Ernst Deutsch Theater, wo der Kriegsberichterstatter von einem Schauspieler mit nordafrikanischen Wurzeln gespielt wurde. Nach dem ersten Drittel unterbrach der Schauspieler das Stück und thematisierte, dass er im historischen Kontext von den Nazis vernichtet worden wäre – eine kraftvolle metatheatralische Intervention.​

The Cranberries „Zombie“: Lied gegen den Kreislauf der Gewalt

Die Folge schließt mit einer Analyse von „Zombie“ von den Cranberries. Jan erklärt den nordirischen Konflikt-Kontext: Das Lied ist eine Anklage gegen „Rebel Songs“, die junge Iren dazu aufrufen, in der Vergangenheit zu leben und den Kampf gegen England fortzusetzen.​

Die „Zombies“ sind diejenigen, deren Gehirne von historischen Traumata und Rachegedanken „gefressen“ werden. „Same old theme since 1916“ bezieht sich auf den Osteraufstand, als irische Freiheitskämpfer das Postoffice in Dublin besetzten – ein Himmelfahrtskommando, das symbolisch wichtiger war als strategisch.​

Dolores O’Riordan forderte junge Menschen auf: „Ihr seid keine Zombies, aber ihr werdet zu Zombies, wenn ihr nur in der Vergangenheit lebt“. Diese Botschaft ist universal anwendbar – von radikalen Islamisten über rechte Milizen bis zu sozialistischen Rebellengruppen: Überall sind es junge Menschen, die für die Traumata alter Generationen sterben.​

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Kubrick und Ridley Scott durch das Nicht-Zeigen von Monstern maximale Spannung erzeugten
  • Warum Googles Versuch, KI-Bias zu korrigieren, nach hinten losging und was das über die Grenzen von künstlicher Intelligenz aussagt
  • Was Open Source wirklich bedeutet und warum „frei“ nicht gleich „kostenlos“ ist
  • Weshalb die deutsche Theaterszene oft am Publikum vorbeispielt und welche Ausnahmen es gibt
  • Wie The Cranberries‘ „Zombie“ zum Antikriegslied gegen historische Traumata wurde

Abonniert unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teilt diese Folge mit Freund:innen und erzählt uns in den Kommentaren auf YouTube oder Bluesky von euren eigenen Erfahrungen mit „verborgenen Monstern“ – sei es im Kino, in der Technologie oder in gesellschaftlichen Debatten. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts

Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

00:00 – Biere der Woche: Digga Bräu IPA vs. Ettl Zwickel
16:28 – Craft Beer Crawls
19:24 – Woher kommt Open Source?
28:38 – Monster nicht zeigen: 2001 und Alien
37:52 – KI und Wokeness
41:37 – Deutsche Theaterszene
56:28 – Song der Woche: Zombie von den Cranberries

VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos – eine Sinnsuche

avatar
Gordian
avatar
Jan

Zwischen Senatsbock, Asterix, Krabat und Douglas Adams suchen Jan und Gordian nach dem Sinn – und finden kluge Zweifel

#vzzzPodcast Seite:

Schwarzbier, Senatsbock und die Magie des Biers

Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre: Jan und Gordian verkosten ein tschechisches Schwarzbier und den Hamburger Senatsbock, diskutieren Brauhandwerk und die Handschrift experimenteller Brauereien wie Kehrwieder. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.​

Sorbisch, Preußler und die Ernsthaftigkeit des Kasper

Über eine Biersorte mit slawischem Namen landen sie bei der sorbischen Sprache und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist – anders als der klassische Klamauk-Kasper – eher Ermittlerfigur, fast wie die Drei Fragezeichen, eingebettet in eine reduzierte, fast kammerspielartige Figurenwelt. Persönliche Erinnerungen an Kasperle-Theater, Hörspielplatten und ein Kinderzimmer mit Indianerzelt machen deutlich, wie stark Kindheitsbilder, Sprache und Popkultur das eigene Sinnempfinden prägen.​

Räuber Hotzenplotz, Astrid Lindgren und die Frage nach „Wokeness“

Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.​

Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi: Comic-Universen als Weltverstehmaschine

Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.​

Darwin, Mendel und der blinde Fleck der Sinnfrage

Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.​

Douglas Adams, Gott und der Witz der Weltformel

Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.​

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Hamburger Senatsbock, tschechisches Schwarzbier und Craftbier-Kultur Gespräche über Identität und Erinnerungen anstoßen.​
  • Warum Kindergeschichten, Hörspiele und Comics uns bis heute prägen, wie wir Abenteuer, Gerechtigkeit und Bedrohung erzählen.​
  • Wieso Debatten um Astrid Lindgren, Michael Ende und koloniale Bilder zeigen, wie sich gesellschaftliche Normen verändern – und was das mit „Wokeness“ zu tun hat.​
  • Wie Darwin, Mendel und Gödel helfen, die Grenzen der Sinnfrage zu verstehen – und warum die Frage nach dem Sinn des Lebens vielleicht sinnlos ist.​
  • Welche Rolle Douglas Adams’ Humor spielt, wenn es darum geht, Gott, Kosmos und den „großen Plan“ nicht zu ernst zu nehmen.​

Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YoutTube oder auf Bluesky von den Geschichten und Figuren deiner Kindheit und wie sie dich und deine eigene Suche geprägt haben. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
Diskutiert mit uns auf YouTube oder auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

VZK41 Kindheit auf dem Land und in der Stadt – zwischen Regeln und Rebellion

avatar
Gordian
avatar
Jan

Pudelmützen, Sperrmüll, die Verwandtschaft über die deutsch-deutsche Grenze hinweg und Kulturgeschichte – warum gesellschaftliche Konventionen für Kinder eine Lernerfahrung sind.

#vzzzPodcast Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2026/01/30/vzk41-kindheit-auf-dem-land-und-in-der-stadt-zwischen-regeln-und-rebellion/

Die Geschichte an der Ausfallstraße: Gesellschaftliche Konventionen und Reflexion

Eine Anekdote aus Gordians Kindergarten-Zeit macht nach der obligatorischen Bierverkostung den Auftakt: Die Kinder überquerten damals eigenständig die vierspurige B73 am Stadtrand mit ausgestreckter Hand – so wie sie es gerade im Verkehrsunterricht gelernt hatten. Die Ampel, hundert Meter weiter, wurde übersehen. Denn die Kinder hatten die Regel angewendet… Kinder lernen zuerst die gesellschaftlichen Konvention, versuchen sie anzuwenden, scheitern – und lernen dann, dass Konventionen vom Kontext abhängen.

Dorf vs. Stadtrand: „It takes a village to raise a child“

Gordian wuchs im Stadtrand auf, Jan in dörflicheren Verhältnissen. In Jans Dorf kannte jeder seinen Namen. Als er den Kindergarten verließ, musste er allein nach Hause – mit fünf Mark Taschengeld für den Imbis unterwegs. Nachbarn passten informell auf ihn auf. Das zitiert Hillary Clintons berühmten Satz: „It takes a village to raise a child“ – eine ganz andere Erziehungsform als die heutige isolierte Kernfamilie oder die überbehütete Stadtkindheit.

Schulwege, Sperrmüll und Raumschiffe

Nach der Kindergarten-Zeit war eines der größten Abenteuer der Grundschulzeit der Sperrmüll. Aus Armaturen werden Raumschiffe und andere Kreationen. Diese Phase der unbeobachteten, selbstgesteuerten Kreativität war prägend – während heutige Kinder viel stärker behütet werden, weil der Verkehr so zugenommen hat. Obwohl: Laut einer Statistik verunglückten in den 1980ern zehn mal mehr Kinder im Straßenverkehr tödlich als heute. Das widerspricht einem weit verbreiteten Gefühl: dass Kinder früher freier und ungefährlicher lebten.

Kulturgeschichte: Jugendmode, Cronenberg und die Beatles

Weiter geht es in die Jugend. Die Jugenderinnerungen führt uns dann weiter zu Jugendmode, Existenzialismus, Beatnik, William S. Burroughs und den Beatles. Burroughs lässt uns einen Abstecher zu seinem Werk Naked Lunch und der Verfilmung David Cronenbergs machen – ein Film mit surrealistischen, schleimigen Bildwelten, Käfern, die Schreibmaschinen sind, und außerirdischen Wesen. Abschließend betrachten wir den Beatles-Song „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und dessen kulturelle Bedeutung, einschließlich des Zusammenhangs zu den Red Baron und Flying Circus.


In dieser Episode erfährst du:

  • Die Verkehrsregel-Anekdote: Wie Kinder gesellschaftliche Regeln lernen, anwenden und am Kontext scheitern – und wachsen
  • Statistik trifft Gefühl: Die unbeobachtete, selbstgesteuerte Kreativität und Freiheit in den 1980ern? Warum es damals gefährlicher für Kinder war.
  • Village-Erziehung: Der Unterschied zwischen Dorf-Kindheit und Stadt-Kindheit
  • Cronenbergs Filmwelten: Was „Naked Lunch“ und andere seiner Filme zu so besonderen Kino-Erlebnissen macht
  • Kulturgeschichte: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, der Flying Circus des 1. Weltkriegs und die psychologische Wirkung von Kulturprodukten auf die Kindheit

Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder auf Youtube, lass uns gerne einen Like da, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf Bluesky oder Youtube von deinen eigenen Abenteuern aus der Kindheit. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
Folge auf Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
Folge auf YouTube: https://www.youtube.com/@GordianScheuermann/podcasts
Diskutier mit uns auf Bluesky: https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

00:00 – Bitburger Maibock & Dithhmarscher Naturtrüb
06:54 – Bier-Experimente
12:03 – Kindheits- und Kindergarten-Erinnerungen
20:00 – Unterwegs
24:02 – Andere Kinderwelten
28:11 – Existenzialisten
32:08 – Beatnik
43:03 – The Beatles – Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band

VZ142 Mach es nicht selbst – Warum Verwaltung Leistung besser einkauft

avatar
Gordian
avatar
Jan

#vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/11/21/vz142-mach-es-nicht-selbst-warum-verwaltung-leistung-besser-einkauft/

Warum Staat und Verwaltung oft besser beraten sind, Dienstleistungen, Software und mehr zu kaufen statt selbst zu entwickeln: Erfahrungsbericht aus Hamburg mit Fokus auf kritische Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und moderne Arbeitswelten und Verwaltungskultur.

Make or buy?

In dieser Folge diskutieren Gordian – hier als erfahrener Verwaltungmitarbeiter – und Jan – hier als kritischer Bürger – praxisnah die Frage, ob Kommunen und Städte grundlegende Infrastruktur wie Softwarelösungen und andere Dienstleistungen besser selbst entwickeln oder besser einkaufen sollten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele öffentliche Dienstleistungen – von der Baumgenehmigung bis zur Unternehmensgründung – auf relativ standardisierten Lösungen basieren. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eigens angestellte Softwareentwickler bei Städten eine nachhaltigere Lösung wären oder ob die Auslagerung an spezialisierte Unternehmen wirtschaftlich und organisatorisch geboten ist.

Beispiel Hamburg

Die Sprecher erörtern die Herausforderungen bei Ausschreibungen und Vergaben, die Risiken und Flexibilitätsprobleme beim Einkauf von Software und Dienstleistungen sowie die Notwendigkeit, Spezialistentum zu bündeln – etwa so, wie es Immobilienmanagement-Unternehmen für Städte tun. Eine Parallele zur Hamburger Elbphilharmonie illustriert anschaulich die Fallstricke von Großprojekten in der öffentlichen Hand.

Spezialisierung als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit

Das Gespräch reflektiert, wie Outsourcing in Verwaltung ein modernes Prinzip ist, das die Effizienz steigert und Fehlerquellen minimiert. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, wie viel Vertrauen erforderlich ist, um Spezialisten einzukaufen.

Arbeitswelt Verwaltung

Zusätzlich wird auf Motivation, Arbeitskultur und Gehalt in der Verwaltung eingegangen: Warum zieht es Top-Entwickler und -Juristen oft nicht in Jobs der Verwaltung – und wie schlägt sich das auf die Wahl zwischen Eigenentwicklung und Zukauf nieder? Die Diskussion bleibt dabei stets nah am Arbeitsalltag städtischer Verwaltungen und vermittelt durch persönliche Anekdoten und den einleitenden lockeren Craftbier-Talk ein authentisches Bild öffentlicher Entscheidungsprozesse.

Kernfragen

  • Wann lohnt sich Eigenentwicklung in der Verwaltung, wann ist externes Zukaufen sinnvoll?
  • Welche Rolle spielen Spezialisierung und Marktmechanismen bei Software und Immobilien?
  • Was bedeutet „kritische Infrastruktur“ für Kommunen heute?
  • Wie könnten Ausschreibungen und Verträge Risiken ausgleichen?
  • Welche kulturellen Unterschiede gibt es im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft?
  • Warum ist Motivation und Haltung im Arbeitsleben entscheidend?

Gesellschaftspolitische Einordnung

Gordian und Jan verknüpfen die Verwaltungserfahrung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Digitalisierung, Urbanität und demokratische Teilhabe. Die Episode bietet kritische Medienreflexion und humorvolle Alltagsbeispiele, um komplexe Fragen greifbar zu machen und verschiedene Perspektiven zu beleuchten.

In dieser Episode erfährst du

  • Warum Outsourcing für Städte und Verwaltungen oft sinnvoller als Eigenleistung ist
  • Wie Vertragsverhältnisse die Softwarewahl beeinflussen
  • Welche Alltagsprobleme durch fehlende digitale Expertise entstehen
  • Warum Mietmodelle bei Immobilien für Städte attraktiv sind
  • Wie die Elbphilharmonie zum Sinnbild für Behördenprojekte wurde
  • Wie politische Kultur Entscheidungsprozesse in der Digitalisierung beeinflusst

Wenn dich gesellschaftliche Themen mit Haltung, Witz und Tiefgang interessieren, abonniere unseren Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube oder deiner Lieblings-App! Teile diese Episode gerne mit Freund:innen – denn gute Gespräche beginnen beim Zuhören.

https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
https://podcasts.apple.com/de/podcast/von-zeit-zu-zeit-vzzzpodcast/id1455281628
https://bsky.app/profile/vzzzpodcast.bsky.social

VZK34 Das Drama der deutschen Musik

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZ136 Preppen für den O-Plan

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZ133 Führerschein-Entzug ab 75?

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZK28 Die Kunst der Werbung (korrigiert)

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZK27 Anime-Ästhetik

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZK24 Das Phänomen Dune – Der Wüstenplanet

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZ127 Am Straßenrand – zu verschenken

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZK23 Es ist nicht okay wie du bist

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZK19 Die soziale Kälte der Städte

avatar
Gordian
avatar
Jan

VZ120 Demos gegen Rechts

VZK16 Bier ohne Eigenschaften

avatar
Gordian
avatar
Jan