VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt

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Wie wir mit Karten und Plänen unsere Welt verändern: Eine Folge über Digitalisierung, Gamification, Überwachung von Draußen und Drinnen und einen Staubsaugroboter, der mehr Fragen aufwirft als er löst

Karten, Wege und digitale Bequemlichkeit

Nach unserer obligatorischen Bierverkostung dreht sich in dieser Folge vieles um die Frage, wie uns digitale Helfer den Alltag wirklich erleichtern — und wo sie uns in neue Abhängigkeiten führen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Wandern und Karten-Apps und der Erfahrung, dass Karten mehr sind als nur Orientierungshilfen – sie spiegeln unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihre Digitalisierung wider. Es geht um Daten, Plattformen und Geschäftsmodelle. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Komoot und das alternative, community-basierte Kartensystem OpenStreetMap.

Gamification im Harz

Ein zweiter Schwerpunkt ist das Wandern im Harz und die dortige Gamification-Kultur: Stempelhefte, Wanderabzeichen und clevere Wege, um Touren spielerisch zu strukturieren. Die Folge zeigt, wie solche Systeme Menschen in Bewegung bringen, Familien organisieren und auch bei Kindern erstaunlich gut funktionieren.

Staubsaugroboter, China und Standards

Gordian hat einen neuen Saug- und Wischroboter und wir stellen Fragen nach Komfort, Datenschutz, chinesischen Produkten und europäischen Standards. Der Roboter wird nicht nur als Haushaltshelfer beschrieben, sondern als Symptom einer größeren Entwicklung: Technik nimmt Arbeit ab, erzeugt aber zugleich neue Abhängigkeiten, neue Datenflüsse und neue Unsicherheiten. Die Folge streift dabei auch Prüfverfahren und die Frage, ob Produkte hierzulande wirklich ausreichend kontrolliert werden.

Dazu kommen Verweise auf Nico Semsrott, auf die PRÜF-Demos und auf den Leitsatz „Prüfen rettet übrigens Leben“, der die sehr deutsche Eigenart, Dinge zu prüfen, auch auf politische Parteien ausweitet.

Internet, Regeln und Verantwortung

Die Folge landet bei Tim Berners-Lee, beim Gedanken des universellen Netzes und bei der Frage, wie offen technologische Systeme eigentlich gedacht waren — und wie sehr Konzerne, Plattformen und Geschäftsinteressen diesen Anspruch inzwischen umformen. Nicht alles, was bequem ist, ist auch folgenlos. Die Episode verbindet Alltagsbeobachtung, Medienkritik und Kulturgeschichte mit einer gesunden Skepsis gegenüber technischer Selbstverständlichkeit.

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Kartensysteme wie OpenStreetMap und Komoot das Wandern in der Natur verändern.
  • Warum Gamification auch Draußen und gerade auch für Kinder so gut funktioniert.
  • Was ein Staubsaugroboter über Datenschutz, Standards und chinesische Produkte verrät.
  • Warum Prüfen, Regulieren und kritisches Denken auch in der Politik zentral bleiben.
  • Welche Rolle Tim Berners-Lee und das „universelle Internet“ in der Debatte spielen.

Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen eigenen Technik-Erfahrungen zu Hause oder unterwegs. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

00:00 Intro
00:17 Biere der Woche: Wildwuchs Extreme vs. Barbarossa i am Grutbier
15:27 Gamification im Harz
25:02 Maps-Apps
35:38 Staubsaugroboter
47:01 Chinesische Standards
49:39 Die PRÜF-Demos und Nico Semsrott
55:09 Das universelle Internet
59:28 Digital überall

VZK38 Geschichte bildet sich aus Geschichten: Was wir heute daraus lernen können

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Gordian
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Wir hören so gerne Geschichten und verstehen doch so wenig. Eine humorvolle #vzzzPodcast Klassikfolge, in der wir die Geschichte als Summe persönlicher und gesellschaftlicher Erfahrungen reflektieren – mit Blick auf Historie, die Punkbewegung, den Einfluss von Politik und die politischen Lernverweigerungen der Gegenwart.

vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/11/07/vzk38-geschichte-besteht-aus-geschichten/

Geschichtsbewusstsein und menschliches Bedürfnis

Diese Episode beginnt mit der Frage, warum Menschen so viel über Geschichte reden. Wir diskutieren, dass es im Kern um Sinnstiftung geht: Wer über Vergangenes spricht, möchte glauben, dass Leid, Opfer und Disziplin eine Bedeutung hatten. Geschichte wird nicht nur erzählt, um zu erklären, was war, sondern um das eigene Dasein zu rechtfertigen. Dabei verschwimmt der Unterschied zwischen historischer Wahrheit und erzählter Geschichte – beide bestehen letztlich aus Interpretationen und Geschichten, die uns Halt geben.

Von Historikern, Ideologien und Wahrheiten

Wir ziehen Parallelen zwischen der subjektiven Perspektive jedes Historikers und der Tendenz zur ideologischen Färbung. Wir diskutieren, wie „die Absichten eines Historikers von seinen Ansichten abhängen“ und wie Geschichte stets als gefärbte Anekdoten präsentiert wird. Beispiele finden sich in der Bibel, der Kolonialgeschichte und moderner Geschichtsschreibung (Sozialgeschichte und der feministischen Geschichtsbetrachtung) und zeigen, dass jede Epoche „ihre eigene Wahrheit“ konstruiert. Geschichte ist daher immer persönlich – ein Geflecht aus Geschichten, Meinungen und Absichten.

Punk als Gegenbewegung zu historischen Erzählungen

Punk wird als radikale Gegenthese zum Lernen aus der Geschichte beschrieben: keine Vergangenheit, keine Zukunft („no future“), nur der Moment. Er steht für das „Hier und Jetzt“ und negiert traditionelle Werte. Die Haltung des Punk ist nicht nihilistisch, sondern hedonistisch und konsumfreudig, wobei politische Elemente bei manchen Punks zwar existieren, aber nicht im Zentrum stehen. Dieses radikale Jetzt macht Punk zur Antithese zum historischen Lernen – und zugleich zu einer Form gelebter Authentizität, fern jeder Ideologie.

Politik, Parteien und Unbelehrbarkeit

Im weiteren Verlauf analysieren wir in dieser #vzzzPodcast Klassikfolge das politische Lernen – oder vielmehr das Ausbleiben desselben – in deutschen Parteien. Ob SPD, FDP oder CDU: keine scheint wirklich aus ihrer Geschichte zu lernen. Historische Größen wie Willy Brandt und Helmut Schmidt werden als Typen beleuchtet, die Führung und Prinzipien verbanden – im Gegensatz zu heutigen, medial geschulten Politikerinnen und Politikern, die auf Floskeln und Risikovermeidung trainiert sind.

Geschichte als gelebtes, individuelles und kollektives Leben

Am Ende zieht sich die Diskussion auf eine persönliche und philosophische Ebene zusammen: Geschichte wird erst dann bedeutend, wenn sie in Geschichten übersetzt wird – in menschliche Erfahrungen, Anekdoten und Emotionen. Der Satz „Geschichte ist das, was andere Menschen einmal ihr Leben nannten“ gibt der Folge ihren emotionalen Kern: Lernen aus Geschichte ist möglich, aber nur, wenn man das gelebte Leben dahinter erkennt. Geschichte ist auch eine Sammlung von Geschichten, die uns heute Orientierung bieten können – sowohl in (fiktionalen) Büchern als auch im wirklichen Leben.


In dieser Episode erfährst du

  • Warum Menschen über Geschichte sprechen, um Sinn zu stiften
  • Wie historische Narrative von individuellen Ansichten geprägt sind
  • Weshalb Punk die radikale Absage an Geschichte ist
  • Wie Geschichte als persönliche und kollektive Erfahrung verstanden werden kann
  • Warum Geschichten heute genauso wichtig sind wie historische Fakten

Abonniere unseren Podcast auf Spotify, Apple, YouTube oder überall wo es Podcasts gibt. Teile diese Episode, wenn du Geschichte lieber hinterfragst, als sie nur zu wiederholen, und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky, wie Geschichte dein Leben beeinflusst und welche Geschichten dich prägen. Begleite uns auf der Suche nach den Geschichten hinter der Geschichte – denn gute Gespräche beginnen beim Zuhören.

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