VZU14 Hamburg Hafen Craftbeer Crawl – Teil 2

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Vom Überquell zum Braustädtchen am Fischmarkt: Erlebt mit uns den 2. Teil des lebendigen Craftbeer-Crawls durch Hamburgs Hafen! Wir tauchen ein in Bierkultur und reden über Fischmarkt, Elbe, Touristen, Biertouren und Politik.

Ein Tag im Zeichen von Craftbeer und Hafen – Unser Craftbeer Crawl geht weiter

Im Sommer 2025 machten wir uns auf den Weg zu unserem Hamburg Hafen Craftbeer Crawl. Unsere Route führte uns entlang des Hafens zu ausgewählten Brauereien und Kneipen, wo wir frische Eindrücke direkt ins Mikrofon sprachen. Dieses Mal: Vom Überquell, einer echten Craftbeer-Brauerei mitten in Hamburg, zum Braustädtchen, der Craft Beer Location am Fischmarkt.

Überquell: Mehr als nur Bier

Im zweiten Teil unseres Hamburg Hafen Craftbeer Crawls landen wir im Überquell, einer lebendigen Craftbeer-Brauerei in den alten Riverkassematten direkt am Hafen. Das Überquell ist bekannt für seine grellen Farben, lauten Biernamen wie „Bambule“, „Palim Palim“ und „Super Duper“ und eine Atmosphäre, die einfach etwas „drüber“ ist – im besten Sinne. Hier trifft man auf Hamburger und Touristen, die gemeinsam die Vielfalt der Craftbeer-Szene schätzen. Besonders beliebt: die hausgemachte Pizza, die perfekt zum Bier passt. Doch Überquell ist nicht nur ein Ort für Bierliebhaber, sondern auch ein Treffpunkt für alle, die das besondere Flair des Hamburger Hafens erleben möchten. Wir lassen wir uns beraten, probieren New Zealand Hazy IPA und ein Franzbrötchen-Stout und sezieren Geschmack, Hopfen und Malz im Detail. Wir erzählen, warum das Überquell für uns nicht nur wegen des Biers, sondern auch wegen seiner Events – vom Eisstockschießen bis Afterwork – ein Fixpunkt in der Hamburger Craft-Beer-Szene ist.

Franzbrötchen im Glas & auf dem Teller

Das Franzbrötchen-Stout ist tatsächlich ein Höhepunkt, den wir als „Offenbarung an Malz“ feiern: vom karamelligen Schaum bis zu süßen und würzigen Malznoten. Daraus entspinnt sich ein längerer Exkurs über die Hamburger Franzbrötchen-Kultur – von „klitschigem“ Hefeteig über Zimt-Zucker-Mischungen bis hin zu Mini-Franzbrötchen am Stiel und Pflaumen-Franzbrötchen vom Kiez-Bäcker. Zwischen Bierglas und Gebäck diskutieren wir, wie sehr Kindheits-Erfahrungen, Marmeladen und Obstsorten unseren Geschmack prägen – inklusive Geständnissen, welche Früchte wir pur nicht mögen, aber als Aroma im Craft Beer lieben.

Erdbeere, Integration und die radikale Apfelfront

Ausgehend von der biologischen Tatsache, dass die Erdbeere streng genommen eine Nuss ist, greifen wir einen Aufruf für Integration auf: „Sei wie die Erdbeere“. Sie wird akzeptiert, obwohl sie nicht ins Schema passt. Von dort aus schlagen wir den Bogen zur „radikalen Apfelfront“, rechten Symboliken, politischer Satire und zur PARTEI rund um Martin Sonneborn, der im Europaparlament mit ironischer Aufklärung zeigt, wie Europa funktioniert. Wir sprechen darüber, warum klar gekennzeichneter Bias ehrlicher ist als Pseudo-Neutralität à la „Fair and Balanced“ und wieso Satire helfen kann, komplexe politische Strukturen verständlicher zu machen.

Braustädtchen am Fischmarkt: Craft-Beer-Oase mit Melancholie

Danach zieht unser Crawl weiter ins Braustädtchen direkt am Fischmarkt. Dort treffen wir auf einen hervorragend sortierten Craft-Beer-Laden mit Tasting-Events, Bierführungen und einem Sortiment von Bille-Brew bis Barbarossa-Grutbier, der leider zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon nicht mehr existiert. Wir kosten uns durch Helles Landbier, Wiener Lager, alkoholfreies „Miami Grove“-Pale Ale und Biere von Sudden Death und Kehrwieder und reden über die Frage, was ein gutes Alltagsbier ausmacht.

Touristen, Biertouren und Abschiedsstimmung am Hafen

Es kommt auch eine 25-köpfige Bier-Stadtführung vom St.-Pauli-Tour-Office ins Braustädtchen, was uns Gelegenheit gibt, über Biertourismus, Touristenströme und Hamburg als Bierstadt nachzudenken. Gleichzeitig schwingt ein Schwanengesang mit: Wir verabschieden uns von einer weiteren Hamburger Craft-Beer-Adresse und erinnern uns an Tastings in anderen Läden wie „Beyond Beer“. Am Ende bleibt der Mix aus Hafengeruch, Elbe, Fischmarkt, Touristen, Craft Beer und der Erkenntnis, dass Genuss, Stadtgeschichte und Politik erstaunlich gut zusammen in ein Glas passen.

In dieser Episode erfährst du:

  • Warum das Überquell mit New Zealand Hazy IPA und Franzbrötchen-Stout mehr als nur eine Brauerei ist – es ist ein Erlebnis!
  • Wie sich die Craftbeer-Kultur in Hamburg entwickelt und wer sie prägt.
  • Wie aus der Erdbeere ein Bild für Integration, Anti-Rassismus und gegen rechte Politik wird.
  • Welche Rolle der Fischmarkt und der Hafen für die lokale Bier- und Kneipenkultur spielen und was das Braustädtchen am Fischmarkt so besonders machte
  • Warum Touristen und Einheimische gleichermaßen von der lebendigen Atmosphäre begeistert sind und welche Anekdoten und Geschichten wir so auf unserem Crawl erleben konnten

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00:00 – Intro
00:02 – Überquell
28:29 – Intermezzo
31:26 – Braustädtchen

VZ147 Die KI, die KI, die hat immer recht! – Wie Mensch und KI zusammenwachsen, oder doch nicht

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Taucht mit uns ein in die Welt der Craftbier-Kultur, KI-Perspektiven und gesellschaftlichen Debatten: Trends von der Smart Country Convention, Ray Kurzweils optimistische KI-Sicht und Yuval Noah Hararis entscheidender Menschheits-Aspekt im Gespräch.

Craftbier-Kultur: Alkoholfrei und innovativ

Die Folge startet wie gewohnt mit zwei Glas in der Hand: Wir verkosten ein alkoholfreie IPA von Fuerst Wiacek und dem Flensburger Strandlager – zwei Versuche, die Bierkrise zu überstehen, als Crafter und als Traditions-Brauerei.

Faktencheck, Medien und KI-Redaktionen

Ausgehend davon, dass der #vzzzPodcast grundsätzlich keine verlässlichen Fakten liefert, sondern für starke Thesen und unsichere Aussagen steht, diskutieren wir, wie sinnvoll nachgelagerte Korrekturen sind – und wo sie zur Kapitulation der Argumentation verkommen. Wir skizzieren das Ideal einer laufenden Faktencheck-Redaktion, die Debatten in Echtzeit prüft – und fragen, ob genau hier Künstliche Intelligenz helfen könnte.

Smart Country Convention: Mehr KI-Setup statt KI-Glaube?

Ein zentraler Part der Folge sind die Erlebnisse auf der Smart Country Convention in Berlin, einer Messe rund um Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Hier gab es einen inspirierenden Workshop zum Einsatz von KI. Wir diskutieren Prompt-Bibliotheken, Unternehmens-Policies, Datenschutz und die Frage, ob sensible Verwaltungs- oder Firmendaten wirklich bei US-Techkonzernen gut aufgehoben sind.

Und dann sind wir schon wieder drin im KI-Thema: Nimmt uns die KI die Jobs weg – oder füllt sie nur Lücken, die der demografische Wandel ohnehin reißt? Wir sezieren Umfragen, in denen 25% Angst vor Jobverlust haben, und zeigen, wie wenig solche Prozent-Zahlen ohne Kontext aussagen.

Ray Kurzweil, Singularität & Transhumanismus

Wir beleuchten die Visionen von Ray Kurzweil und eine ganz andere Perspektiv die uns Yuval Noah Harari in seiner Buch-Reihe Unstoppable Us anbietet. Wie verändert KI unser Leben, und wo liegen die Grenzen der Technologie?

Kurzweils Optimismus scheint grenzenlos: allgemeine KI, Verschmelzung von Mensch und Maschine, Pillencocktails zur Lebensverlängerung und die Hoffnung auf Unsterblichkeit. KI wie auch das ewige Leben entstammen einer Traditionslinie der Literatur, die beide mehr als Fluch, nicht als Heilsversprechen zeichnet. Geht dieser Optimismus hier nicht mit einem Mangel an historischer und literarischer Bildung einher?

Harari hingegen beschreibt in seinen Büchern die „Superfähigkeit“ des Menschen, Geschichten zu erzählen – Mythen, Religionen, Ideen, Ideologien. Vom römischen Reich bis zu modernen Demokratien sind es Erzählungen, die Rechtsräume, Werte, Zugehörigkeit und Gesellschaften stiften. Dies ist eine Fähigkeit, die der KI bisher weder zugesprochen noch abverlangt wird. Daraus entsteht die tröstliche These, dass KI uns im Kern – als erzählende, mythenbildende Wesen – nicht völlig ersetzen kann.

Ab ins Brain Gym!

Aber wie sieht dann die Zukunft mit KI aus? Wenn früher Menschen bei ihrer Arbeit viel Muskelkraft brauchten, ist dies mit heutigen Maschinen nur noch selten nötig und die Muskulatur hat sich zurück gebildet. Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn ähnlich funktioniert. Wer sich jahrelang nur mit Navi fortbewegt, verliert irgendwann sein innere Navigationsfähigkeit. Wer jahrelang die KI nutzt, wird wohl noch ganz andere kognitive Fähigkeiten abbauen. Wird es bald – wie die heutigen Fitness-Studios – auch Brain Gyms geben, die unser Gehlrn in Schwung halten?

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie alkoholfreie Craftbiere die Bierkultur verschieben,
  • warum KI nicht immer die richtige Antwort ist – und was das für uns bedeutet.
  • Warum Ray Kurzweil und Yuval Noah Harari unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft der Menschheit bieten.

Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Einschätzung zur Zukunft der KI. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

00:00 – Flensburger Strand-Lager vs. Fuerst Wiacek Slay all day IPA AF
11:22 – Faktencheck für Flensburg und Kopenhagen
16:45 – Die Smart Country Convention und die KI
29:16 – Jobverlust und KI
33:52 – Ray Kurzweil Super-Optimist
36:53 – …und die Unsterblichkeit
42:56 – Hararis Unstoppable Us
52:50 – Die Fakten der KI
59:03 – Brain Training
63:56 – Butler’s Revolution

VZ146 Monster im Kopf: Von Aliens, KI und Zombies

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Von Monstern zu KI-Wokeness: Jan und Gordian diskutieren über verborgene Bedrohungen im Kino, die Tücken künstlicher Intelligenz und warum die deutsche Theaterszene nicht immer verständlich ist.​

Craftbier-Kultur und regionale Identität

Die Folge beginnt traditionsgemäß mit einer Bierverkostung. Jan präsentiert ein Kellerbier der Brauerei Ettal aus dem bayerischen Wald, das Teil der regionalen Initiative „Woidlerei“ ist. Gordian hat ein IPA der Hamburger Brauerei „Digga Bräu“ mitgebracht. Wir diskutieren über die Bedeutung regionaler Craftbier-Initiativen, wie dem Hamburger Senatsbock oder der Woidlerei und wie sie lokale Identität stärken.​

Monster im Kino: Das Unsichtbare als größte Bedrohung

Ein zentrales Thema der Folge ist die Kunstform des „verborgenen Monsters“ in der Filmgeschichte. Am Beispiel von Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) und Ridley Scotts „Alien“ (1979) analysieren wir, wie große Regisseure durch das bewusste Nicht-Zeigen von Bedrohungen maximale Spannung erzeugen.​

Bei HAL 9000 aus „2001“ manifestiert sich das Monster als indifferente, freundlich sprechende KI, die nur durch ein beobachtendes Kameraauge präsent ist. Die wahre Bedrohung liegt in der verborgenen Agenda und der omnipräsenten Überwachung. Ridley Scott nutzt diese Technik körperlich bei „Alien“, indem er das Xenomorph nur in Fragmenten zeigte – mal den Kopf, mal den Schwanz, aber erst zum Schluss das gesamte Wesen.​

Gordian führt aus, dass Ridley Scott für „Alien“ bewusst mehr Details ausarbeitete, als je im Film zu sehen waren, um Tiefe und Authentizität zu vermitteln. Dieses Prinzip – viel entwickeln, aber wenig zeigen – lädt Zuschauer ein, die Räume mit ihrer eigenen Fantasie zu füllen. „Nichts erschreckt dich passgenauer als deine eigene Fantasie“, fasst Jan zusammen.​

KI-Bias und die Google-Kontroverse

Die Diskussion geht von HAL zu aktuellen KI-Themen. Gordian berichtet von Googles umstrittenem Versuch, Diversität in KI-generierten Bildern zu erzwingen, was zu Ergebnissen wie einer schwarzen Päpstin oder schwarzen Wehrmachtssoldaten führte.​

Die beiden analysieren, dass KI nicht „versteht“, sondern nur Muster reproduziert. Googles Ansatz, pauschal alle Anfragen mit „geschlechtsdivers und hautfarbendivers“ zu versehen, entlarvte die Grenzen dieser Technologie. Gordian sieht in der schwarzen Päpstin einen produktiven Spiegel: „Warum eigentlich nicht?“ Die katholische Kirche sei der eigentliche Aufreger, nicht die KI. Bei historischen Figuren wie Wehrmachtssoldaten wird die Problematik jedoch evident – hier fehlt der KI jegliches Kontextverständnis.​

Open Source als philosophisches Prinzip

Wir erläutern die Philosophie von Open Source und Creative Commons. Unser Podcast selbst steht unter einer Creative Commons-Lizenz, welche Weitergabe und Bearbeitung erlaubt, solange die Urheber genannt werden und die gleichen Lizenzbedingungen gelten.​

Bill Gates‘ Manifest gegen die Kopier- und Weitergabementalität der 1970er-Jahre habe „Closed Source“ mit begründet und damit die freie Softwareentwicklung gehemmt. Das wissenschaftliche Prinzip des „auf Schultern von Riesen stehen“ wurde dadurch unterbrochen.​

Deutsche Theaterszene: Zwischen Elfenbeinturm und Zugänglichkeit

Gordian kritisiert die deutsche Theaterszene als zunehmend selbstreferenziell. Moderne Inszenierungen würden oft nur für ein Insiderklüngel verständlich sein, das die zahlreichen Referenzen und Brechungen entschlüsseln kann. Er bemängelt: „Ich glaube, das deutsche Theater irritiert nicht so sehr, wie das deutsche Theater selber denkt, dass es irritiert“.​

Als positives Gegenbeispiel nennt Jan das Singspiel „Sekretärinnen“ (1996 im Hamburger Schauspielhaus), wo Schauspielerinnen ausschließlich durch bekannte Schlager, Volkslieder und Rocksongs kommunizierten. Eine Sekretärin sang Aretha Franklins „Respect“ gegen die Bürotür mit der Aufschrift „Chef“ – universell verständlich, emotional packend.​

Jan erlebte auch eine Inszenierung von „Das Boot“ im Ernst Deutsch Theater, wo der Kriegsberichterstatter von einem Schauspieler mit nordafrikanischen Wurzeln gespielt wurde. Nach dem ersten Drittel unterbrach der Schauspieler das Stück und thematisierte, dass er im historischen Kontext von den Nazis vernichtet worden wäre – eine kraftvolle metatheatralische Intervention.​

The Cranberries „Zombie“: Lied gegen den Kreislauf der Gewalt

Die Folge schließt mit einer Analyse von „Zombie“ von den Cranberries. Jan erklärt den nordirischen Konflikt-Kontext: Das Lied ist eine Anklage gegen „Rebel Songs“, die junge Iren dazu aufrufen, in der Vergangenheit zu leben und den Kampf gegen England fortzusetzen.​

Die „Zombies“ sind diejenigen, deren Gehirne von historischen Traumata und Rachegedanken „gefressen“ werden. „Same old theme since 1916“ bezieht sich auf den Osteraufstand, als irische Freiheitskämpfer das Postoffice in Dublin besetzten – ein Himmelfahrtskommando, das symbolisch wichtiger war als strategisch.​

Dolores O’Riordan forderte junge Menschen auf: „Ihr seid keine Zombies, aber ihr werdet zu Zombies, wenn ihr nur in der Vergangenheit lebt“. Diese Botschaft ist universal anwendbar – von radikalen Islamisten über rechte Milizen bis zu sozialistischen Rebellengruppen: Überall sind es junge Menschen, die für die Traumata alter Generationen sterben.​

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Kubrick und Ridley Scott durch das Nicht-Zeigen von Monstern maximale Spannung erzeugten
  • Warum Googles Versuch, KI-Bias zu korrigieren, nach hinten losging und was das über die Grenzen von künstlicher Intelligenz aussagt
  • Was Open Source wirklich bedeutet und warum „frei“ nicht gleich „kostenlos“ ist
  • Weshalb die deutsche Theaterszene oft am Publikum vorbeispielt und welche Ausnahmen es gibt
  • Wie The Cranberries‘ „Zombie“ zum Antikriegslied gegen historische Traumata wurde

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00:00 – Biere der Woche: Digga Bräu IPA vs. Ettl Zwickel
16:28 – Craft Beer Crawls
19:24 – Woher kommt Open Source?
28:38 – Monster nicht zeigen: 2001 und Alien
37:52 – KI und Wokeness
41:37 – Deutsche Theaterszene
56:28 – Song der Woche: Zombie von den Cranberries

VZ145 Handwerk und Hierarchien: Die Klassengesellschaft in der Statistik-Falle

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Zwischen Bierverkostung und Medizinstudien: Jan und Gordian diskutieren Bildungsmythen, warum Meister oft besser verdienen als Akademiker, und wie Statistik deutsche Klassenunterschiede unsichtbar macht – mit einer Spur Heiserkeit und viel Wahrhaftigkeit.


Bier, Stimme & Gesundheit

Die Episode beginnt charakteristisch mit einer Bierverkostung: Flensburger Winterbock in der 2-Liter-Flasche versus alkoholfreies Hazy IPA von Amundsen. Gordian leidet schon länger unter Heiserkeit. Diese gesundheitliche Unsicherheit wird zum persönlichen Anker für eine größere Diskussion über medizinische Datenerhebung.

Die Nationale Kohorte: Wissenschaft trifft Statistik

Ein faszinierender Zufall: Beide Moderatoren sind Teilnehmer der Nationalen Kohorte (NAKO) – einer Langzeitstudie mit 30.000 Bürger:innen in Deutschland, die körperliche Werte, kognitive Tests und sozialen Status erfasst. Gordian schildert die Tests anekdotisch: das Merken von zwölf Wörtern (fast wie bei Donald Trump’s berüchtigtem Cognitive Exam), das rückwärtige Aufsagen von Zahlenkombinationen.

Doch hier liegt das Kernproblem: Die Statistik erfasst zwar Schulabschluss der Eltern, nicht aber Berufsabschluss. Jans Vater war Ingenieur, starb aber früh. Sein Stiefvater hatte keinen akademischen Abschluss – doch die Statistik zählt ihn als Kind aus einem „Akademiker-Haushalt“, obwohl er vielmehr in einer Arbeiterfamilie aufwuchs. Eine der Grenze der Statistiken.

Handwerk vs. Akademiker: Ein Paradigmenwechsel

Dies führt zu einer zentralen These: Handwerksmeister verdienen heute oft mehr als Akademiker. Nicht wegen elitärer Positionen, sondern wegen Knappheit – es gibt Millionen Studienabsolventen, aber zu wenige Meister. Ein Meister kann seinen eigenen Betrieb führen, ausbilden, verhandelt von einer Position der Stärke. Generische Akademiker prügeln sich um wenige Jobs.

Die Diskussion deckt auf, wie deutsche Statistik und gesellschaftliche Wahrnehmung nach Herkunft, nicht nach Leistung unterscheiden. Anders als in Frankreich, England oder USA mit ihren Ivy League Schools, wo Dynastien transparent dominieren, fungiert deutsche Bildungsstatistik als unsichtbarer Klassifizierer. Meisterbrief wird gleichgesetzt mit handwerklicher Beschränkung, obwohl ein Meister heute oft mehr verdient und entscheidet als ein studierter Projektmanager.

Philosophie & Diskursanalyse: Die Kritik an der Schwachstelle

Am Ende der Episode wendet sich die Diskussion zur Diskursanalyse – einer Denkschule, die Jan bedauert. Sie ist „demokratisch“ geworden (alle können mitmachen) und dadurch schwach. Jan berichtet von einem Interview des Journalisten Tilo Jung (Jung & Naiv) mit Maximilian Krah (AfD), in dem Krah die „Übernahme durch Diskursanalyse“ bedauert. Hier zeigt sich eine Gefahr: Man kann mit Menschen, deren Haltung man ansonsten ablehnt, eine gemeinsame Abneigung oder Vorliebe haben.


In dieser Episode erfährst du:

  • Der statistische Fehler: Warum die Nationale Kohorte Jans Arbeiterkind-Hintergrund als „Akademiker-Haushalt“ klassifiziert – und was das über deutsche Statistik aussagt.
  • Handwerk schlägt Akademiker: Warum ein Meister heute oft bessere Chancen und höhere Einkommen hat als viele Universitätsabsolventen – und warum das deutsche Klassenbewusstsein das nicht sieht.
  • Bierverkostung mit Tiefgang: Wie der Geschmack eines Winterbocks sich mit Temperatur entwickelt und warum alkoholfreie IPAs unterschätzt sind.
  • Philosophische Warnung: Wie die Diskursanalyse als denkerische Mode zum Problem werden kann – wenn alles nur noch Konstruktion ist und nichts mehr evident.

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00:00 Biere der Woche: Flensburger Winterbock vs. Amundsen Hazy Peazy IPA
08:02 Die Stimme und die NAKO
18:14 Chancengleichheiten
25:07 Akademiker machen Akademiker-Studien
28:02 Autoritarismus Studie
31:01 Der Bias der Umfragen
34:58 Die Unbeweglichkeit des akademischen Betriebs
37:06 Gegen Genies verschwören und zerstören
42:50 Wissen und Handeln
54:16 Falsche Freunde
00:23 Steter Tropfen

VZ143 Helden, Social Media und Jugend – Kultur im Wandel

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#vzzzPodcast-Seite: https://vonzeitzuzeit.gordianus.de/2025/12/19/vz143-helden-social-media-jugend-kultur-im-wandel/

Gordian und Jan diskutieren Heldenbilder, Social-Media-Dynamiken und gesellschaftliche Entwicklungen.

In Folge 143 des Podcasts „Von Zeit zu Zeit“ nehmen euch Gordian und Jan mit auf eine Reise durch antike Heldenbilder, moderne Social-Media-Kulturen und gesellschaftliche Veränderungen – von altgriechische Helden über Spider-Man bis hin zu TikTok und Bluesky – und der Frage, was Heldentum heute noch bedeutet.

Helden gestern und heute

Wir starten das Gespräch mit der berühmten Laokon-Gruppe aus der griechischen Mythologie und es entwickelt sich schnell zur Frage: Was macht einen Helden aus? Während antike Helden wie Theseus besondere Fähigkeiten hatten und sich gefährlichen Herausforderungen stellten, die oft tragisch endeten, funktionieren moderne Helden anders. Superhelden wie Spider-Man, Batman oder Superman tragen zwar noch tragische Elemente in sich, doch aktuelle Serienhelden setzen eher auf Inselbegabungen – fotografisches Gedächtnis, besondere Kombinationsgabe oder übernatürliche Kräfte – ohne die existenziellen Entscheidungen klassischer Heldenfiguren.

Wir diskutieren, wie Heldenbilder gesellschaftliche Zustände spiegeln: In den 1980ern stand der mühsame Aufstieg oder hartes Training im Vordergrund (Rocky), heute dominieren Charaktere, die ohne große Anstrengung anerkannt werden (wollen) – ein Spiegel unserer Kultur.​

Social Media, Bluesky und die Medienlandschaft

Ein zentraler Teil dieser Folge widmet sich der aktuellen Social-Media-Landschaft, insbesondere dem Aufstieg von Bluesky als Alternative zu Twitter/X und Facebook. Gordian reflektiert über die Verschmelzung seiner bisher getrennten Online-Communities und die Herausforderungen, die entstehen, wenn man plötzlich Bekannte aus verschiedenen Lebensbereichen auf einer Plattform trifft.

Wir beleuchten auch kritisch, wie Social Media funktioniert: Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook kuratieren Inhalte algorithmisch, um Nutzer:innen möglichst lange zu binden – nicht um zu informieren. Die Frage nach Pressefreiheit, demokratischen Strukturen und der Rolle von Medien in einer zunehmend von Algorithmen gesteuerten Informationslandschaft zieht sich durch die Diskussion.​

Kulturelle Reflexion und gesellschaftlicher Wandel

Wir beginnen erst zum Ende hin mit unserer obligatorischen Bier-Verkostung und werfen anschließend noch einen Blick auf kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, von der Reichseinigung Deutschlands 1871 und ihren Auswirkungen auf Frankreich bis hin zur Frage, ob wir in einer Phase des demokratischen Wachstums oder Rückschritts leben. Besonders spannend: die Diskussion darüber, wie Kunst und Medien gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln und wie unterschiedlich Demokratien weltweit funktionieren.​

Die Folge verbindet dabei große gesellschaftliche Fragen mit persönlichen Reflexionen – ein Format, das zeigt, wie Popkultur, Geschichte und Alltagsmomente zusammenhängen.


In dieser Episode erfährst du:

  • Warum antike und moderne Helden so unterschiedlich sind und was das über unsere Gesellschaft aussagt
  • Wie Social-Media-Plattformen wie Bluesky, TikTok und Co. unsere Informationskultur prägen
  • Welche Rolle Algorithmen bei der Kuratierung von Inhalten spielen und warum „Social Media“ nicht gleich „Medien“ ist
  • Warum Pressefreiheit und demokratische Strukturen in Zeiten von KI und Algorithmen neu gedacht werden müssen

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Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/show/7kVdmMboEGhSOrZ5JeIRsj
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00:00 – Antike Helden
08:23 – Vom Helden-Moment zum Helden-Feature
17:29 – Gesellschaftsspiegel
38:00 – Biere der Woche: Gara Guzu Summer IPA vs. Einbeker Mai-Urbock
45:50 – Volksweisheiten
55:48 – Jugend extrem

VZK35 Endlich Schule

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VZK34 Das Drama der deutschen Musik

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VZ137 Führer und Influencer

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VZK33 Kulturmensch, Aktivist, Terrorist

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VZ134 Marsflüge und KI

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VZ132 Tolkien-Nerds und Broligarchen

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VZ131 Darf ich Harry Potter noch lesen?

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VZ130 Deutschland verschläft Trends

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VZK25 Steckenpferd und Zeitweh

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VZ125 Was heißt Selbstliebe?

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