VZU16 Kino-Talk aus Hamburg: Wes Anderson verstehen – Phoenician Scheme

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Gordian
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Jan

Jan und Gordian dieses Mal unterwegs als Cineasten mit einem Deep Dive über Wes Anderson und „The Phoenician Scheme“: Symmetrien, Miniaturen, Familie – von Grand Budapest Hotel bis Moonrise Kingdom.

Wir waren wieder unterwegs und zwar im Kino. Wir sprechen über „The Phoenician Scheme“ (deutsch: „Der phönizische Meisterstreich“) – den letzten Film von Wes Anderson – und sortieren sein Werk von den Royal Tenenbaums über Die Tiefseetaucher und bis Moonrise Kingdom und dem aktuellen Werk ein. Natürlich bei leckerem Craftbier: Ein kräftiges Elephant (10,5 %) mit auffällig gut verstecktem Alkohol und ein alkoholfreies polnisches IPA sorgen für den passenden Rahmen.

Wes Andersons Ästhetik: Symmetrie, Miniaturen, Pastellfarben

Was macht einen Anderson-Film erkennbar? Wir diskutieren seine geometrischen Sets, die Vorliebe für Eisenbahnen und Züge als rollende Puppenstuben-Kulissen, seine handgefertigten Miniaturen – vom Paris aus „The French Dispatch“ bis zur Modelllandschaft des neuen Films. Auch Andersons Retro-Welt kommt zur Sprache: Ein Telefon ist ein Telefon, Briefe werden handschriftlich geschrieben – eine bewusste Reduktion.

The Phoenician Scheme: Geld, Glauben und Familie

Benicio del Toro spielt einen skrupellosen Geschäftsmann, der seine Tochter – eine Novizin – zur Alleinerbin erklärt und mit ihr durch ein fiktives „Phönizien“ reist, um Investoren für seinen „Meisterstreich“ zu gewinnen. Wir fragen uns: Ist die dünne Story ein Makel oder genau der Punkt? Zu sehen gibt es auch eigenartige in schwarz-weiß gehaltene Nahtod-Visionen mit einem himmlischen Gericht – ein Rückgriff auf Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ und die Tradition des Totentanzes, den auch Woody Allen in „Love and Death“ zitierte? Am Ende bleibt: ein Film für Wes-Anderson-Fans, ein Augenschmaus wie ein Bild von Hieronymus Bosch, aber kein Einstiegswerk.

Einordnung in die Filmgeschichte

Wie Fellini, Truffaut und Bergman verzichtet auch Anderson zugunsten von Bildern und Anordnung auf eine klassische Story. Unser Fazit fällt zwiespältig aus – und genau das macht das Gespräch aus: zwei Perspektiven, viel Humor, keine Belehrung.

4. In dieser Episode erfährst du:

  • welche Stilmittel Wes Anderson so unverwechselbar machen – von Symmetrie und Miniaturen bis zur Schaumstoff-Himmels-Kulisse
  • warum „The Phoenician Scheme“ für Einsteiger:innen schwer, für Fans aber ein Muss ist
  • welche filmgeschichtlichen Referenzen hinter den Nahtod-Szenen stecken
  • warum Andersons Figuren in Puppenhäusern oder auf Schienen stehen – und Züge sein liebstes Set sind
  • welche Rolle das Astor Kino, das Abaton und Hamburger Kinogeschichte für unsere Filmsozialisation spielten

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00:00 – Intro
00:17 – Biere der Woche: Nepo Brewing Hopollo Polish IPA vs. Carlsberg Elephant Extra strong
11:08 – Kinobesuch Wes Anderson „Der phönizische Meisterstreich“
21:25 – Die Stories von Wes Andersons
25:30 – Die Hamburger Kinowelt
31:29 – Fantasy-Settings
40:12 – Rückblick auf den Film
49:13 – Filmhistorische Einordnung
54:35 – Die Figuren ändern nie ihre Richtung
1:02:32 – Wes Andersons Alterswerk
1:10:13 – Abschlussbetrachtung
1:15:25 – Filme großer Regisseure