VZK46 Wie das Craft Beer nach Deutschland kam: Innovation trifft Tradition

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Wie Radeberger das Craft Beer nach Deutschland brachte – eine Geschichte über Innovation, Weltreisen und Bierkultur.

In dieser Folge von des Podcasts von Zeit zu Zeit tauchen Jan und Gordian tief in die Geschichte des Craft Beers in Deutschland ein – und entdecken dabei, wie ein traditionelles Brauerei-Unternehmen den Trend nach Deutschland brachte. Die Episode verbindet persönliche Anekdoten, historische Einblicke und unterhaltsame Diskussionen über die Entwicklung der Bierkultur und mehr.

The Punch and Judy Show

Die Folge startet mit einem Exkurs zu Mr. Punch. Dieses englische Pendant zum Kaspertheater hat nicht nur ihre eigene spannende Geschichte. Sie ist auch die Basis für das berühmte Punch Magazin, dem ersten großen englischen Satiremagazin im letzten Jahrhundert.

Die Geburt des Craft Beers in Deutschland: Radebergers Pionierrolle

Und dann geht es weiter mit einer deutschen Geschichte: Ende der 2000er-Jahre erkannte Radeberger, dass der deutsche Biermarkt neue Impulse braucht. Statt sich auf traditionelle Rezepte und weitere Mischgetränke zu beschränken, schickte das Unternehmen seinen Braumeister Marc Rauschmann auf eine Weltreise, um internationale Biertrends zu studieren.

Braufactum: Mehr als nur ein Label

Braufactum wurde schnell zum Synonym für Innovation in der deutschen Bierbranche: Sie wagten sich an ungewöhnliche Bierstile wie IPA, die in Deutschland bis dahin kaum bekannt waren. Die besondere Flaschenformen von Braufactum waren ein Alleinstellungsmerkmal. Und Radeberger konnte seine Vertriebswege und Ressourcen nutzen, um Braufactum als Premium-Marke zu etablieren.

Rotkäppchen: Vom Ost-Sekt zur bundesweiten Erfolgsgeschichte

Ein weiterer spannender Exkurs der Folge dreht sich um Rotkäppchen, den Sekt aus Sachsen-Anhalt, der in den 90ern zum Marktführer in Deutschland aufstieg. Vor 150 Jahren zunächst als „Monopol“ gestartet, musste die Marke aufgrund rechtlicher Probleme umbenannt werden. Der Name Rotkäppchen entstand aus der roten Kappe auf der Flasche – eine Notlösung, die sich als Markenzeichen durchsetzte. Trotz anfänglicher Vorurteile gegen „Ost-Produkte“ im Westen wuchs Rotkäppchen stetig. Heute ist es mit 40% Marktanteil der führende Sektanbieter in Deutschland – auch ein Beweis dafür, dass Markenstärke und Anpassungsfähigkeit den Unterschied machen.

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Radeberger mit Braufactum den Craft-Beer-Trend nach Deutschland brachte.
  • Wie Tradition und Innovation in der Bierkultur Hand in Hand gehen können.
  • Warum Rotkäppchen vom „Ost-Sekt“ zum Marktführer wurde – und was wir daraus über Markenbildung lernen können.
  • Wer Mr. Punch ist und warum dieser Podcast seinen Namen beibehält

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00:00 – Intro
01:00 – Wer ist Mr. Punch
13:00 – Das Punch Magazine
15:43 – 1. Bier der Woche: König Rotbier
17:08 – Die Entdeckung des deutschen Craft Biers
26:40 – Rotkäppchen – Deutschlands Sekt
33:50 – 2. Bier der Woche: Steamworks Pilsener

VZK42 Kindheit, Kasper, Kosmos – eine Sinnsuche

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Zwischen Senatsbock, Asterix, Krabat und Douglas Adams suchen Jan und Gordian nach dem Sinn – und finden kluge Zweifel

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Schwarzbier, Senatsbock und die Magie des Biers

Die Folge startet mit einer dichten Bockbier-Atmosphäre: Jan und Gordian verkosten ein tschechisches Schwarzbier und den Hamburger Senatsbock, diskutieren Brauhandwerk und die Handschrift experimenteller Brauereien wie Kehrwieder. Dabei zeigt sich, wie sehr Bier für die beiden mehr ist als Alkohol – es ist Ritual, Erinnerungsträger und Einstieg in größere Themen.​

Sorbisch, Preußler und die Ernsthaftigkeit des Kasper

Über eine Biersorte mit slawischem Namen landen sie bei der sorbischen Sprache und bei Otfried Preußler, dessen Krabat von sorbischen Mythen und Figuren geprägt ist. Und Preußlers Kasper ist – anders als der klassische Klamauk-Kasper – eher Ermittlerfigur, fast wie die Drei Fragezeichen, eingebettet in eine reduzierte, fast kammerspielartige Figurenwelt. Persönliche Erinnerungen an Kasperle-Theater, Hörspielplatten und ein Kinderzimmer mit Indianerzelt machen deutlich, wie stark Kindheitsbilder, Sprache und Popkultur das eigene Sinnempfinden prägen.​

Räuber Hotzenplotz, Astrid Lindgren und die Frage nach „Wokeness“

Von dort aus spannen Jan und Gordian den Bogen zur Debatte, ob alte Kinderliteratur an heutige gesellschaftliche Empfindungen angepasst werden sollte. Sie sprechen über Astrid Lindgren, Michael Ende, koloniale Exotik, problematische Begriffe und die Umbenennung von Figuren wie Pippis Vater als „Südseekönig“. Beim Räuber Hotzenplotz fragen sie, wer eigentlich der Protagonist ist – Kasper und Seppel oder Hotzenplotz – und wie sich Bedrohung, Handlung und Identifikation in Kinderbüchern verschieben.​

Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi: Comic-Universen als Weltverstehmaschine

Im Laufe des Gesprächs tauchen weitere Ikonen auf: Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi und die Drei Fragezeichen. Comics und Hörspiele erscheinen als zugängliche Weltmodelle, die mit klaren Typen, humorvollen Überzeichnungen und historischen oder gesellschaftlichen Anspielungen arbeiten – von Rom über den Wilden Westen bis zur heutigen Zeit. Diese Popkultur-Welten helfen, Ordnung in das Chaos der Realität zu bringen, auch wenn ihre Bilder heute kritisch befragt werden müssen.​

Darwin, Mendel und der blinde Fleck der Sinnfrage

Im weiteren Verlauf wird es philosophisch und naturwissenschaftlich: Darwin, Mendel und die Evolution stehen für Erklärungsmodelle ohne „höheren Plan“. Ganz radikal: Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eigentlich sinnlos, weil ein System sich nicht aus sich selbst heraus begründen kann – eine Idee, die mit Gödel-inspirierten Gedanken über die Grenzen formaler Systeme verbindet. Sinn braucht immer einen größeren Bezugsrahmen, der außerhalb unserer eigenen Perspektive liegt – etwas wie Gott oder eine höhere Instanz, die wir aber nie wirklich fassen können.​

Douglas Adams, Gott und der Witz der Weltformel

Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ liefert den ironischen Kontrapunkt: Vielleicht sitzt irgendwo ein Gott mit Katze auf einem Planeten und weiß längst Bescheid – nur hat niemand eine gute Marketingstrategie dafür. Jan und Gordian fragen, ob die wirklich großen Denker vielleicht einfach untergegangen sind, weil sie kein „virales“ Moment hatten, während Namen wie Bach und Goethe Stars ihrer Zeit waren. Am Ende bleibt eine skeptische, aber lebensnahe Pointe: Die Sinnfrage greift alles an – inklusive Religion –, doch Menschen lieben Bejahung, Geschichten und das Weitererzählen. Dies macht diese Folge zu einer Mischung aus Kneipengespräch und philosophischem Salon.​

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie Hamburger Senatsbock, tschechisches Schwarzbier und Craftbier-Kultur Gespräche über Identität und Erinnerungen anstoßen.​
  • Warum Kindergeschichten, Hörspiele und Comics uns bis heute prägen, wie wir Abenteuer, Gerechtigkeit und Bedrohung erzählen.​
  • Wieso Debatten um Astrid Lindgren, Michael Ende und koloniale Bilder zeigen, wie sich gesellschaftliche Normen verändern – und was das mit „Wokeness“ zu tun hat.​
  • Wie Darwin, Mendel und Gödel helfen, die Grenzen der Sinnfrage zu verstehen – und warum die Frage nach dem Sinn des Lebens vielleicht sinnlos ist.​
  • Welche Rolle Douglas Adams’ Humor spielt, wenn es darum geht, Gott, Kosmos und den „großen Plan“ nicht zu ernst zu nehmen.​

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VZ089 Die Suche nach dem Sinn

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